"Guten Tag, Steuerfahndung." - Was tun?

Sie knacken Passwörter, brechen Wohnung und Büro auf und leeren das Bankschließfach. Der Steuerfahndung entgeht nichts. Selbständige sind am häufigsten im Visier der Fahnder.

So verhalten Sie sich richtig wenn die Steuerfahnder kommen

Guten Tag, Steuerfahndung.Holen Sie Ihren Steuerberater dazu. Er ist der einzige, der sich zu Vorwürfen und Fragen äußern sollte. Jeder Mitarbeiter, Angestellte oder auch der Firmenchef wird sich mit unbedachten Antworten weiter belasten. Und seien Sie versichert: die Fahnder kennen ihre Taktiken zu Fangfragen und Verhörmethoden besser als Sie: es ist deren täglich Brot, jede Schwachstelle zu finden.

Lesen Sie genau den Durchsuchungsbefehl durch. Das verrät Ihnen die konkrete Anschuldigung und weitere Verdachtsmomente. Wofür ist das wichtig, da die Fahnder doch schon da sind? Vielleicht - öfter, als Sie denken - hat der Durchsuchte noch mehr zu verbergen, als die Steuerfahnder wissen. In dem Falle:

  • Halten Sie Rücksprache mit Ihrem Steuerberater.
  • Nach seinem OK ist ein Geständnis und Kooperation oft am besten.
  • So können Sie gründliche Durchsuchung vermeiden. Weitere Ungereimtheiten bleiben evtl. unentdeckt.

Aktendurchsicht - SteuererklärungTrommeln Sie die Mitarbeiter zusammen. Beruhigen Sie sie. Setzen Sie sich. Wer sich schützend vor das Wandbild vor dem Safe oder "heiße" Ordner stellt, legt den Fahndern erst die Spur.

Kooperieren Sie. Verlangt die Steuerfahndung Passwörter oder Rechnungen, geben Sie diese raus. Dann wird die Festplatte kopiert bzw. Unterlagen kopiert. Danach können Sie mit dem Computer weiter arbeiten. Andernfalls wird beschlagnahmt, abtransportiert und der Rechner dennoch geknackt. Je 'sicherer' das Passwort, desto länger ist der Computer weg.

Misstrauen Sie dem Fahnder. "Ich kann das Strafmaß senken", ist eine Lüge. Sein Zuckerbrot ist nur ein Köder. Geben Sie nur das wirklich Geforderte heraus. Mehr Zuarbeit lohnt sich meistens nicht.

Nochmal in Kurzform: 5 Verhaltenstipps

  1. Sie rufen Ihren Steuerberater.
  2. Sie lesen den Durchsuchungsbefehl genau durch.
  3. Sie setzen sich und bewahren Ruhe.
  4. Seien Sie kooperativ - nicht den Helden spielen.
  5. Misstrauen Sie 'Deals' und jedem Zeichen guten Willens.

Die Taktik: Guter Bulle, böser Bulle

Fahnder kennen alle TricksSteuerfahnder gehen nach der altbewährten Methode "Guter Bulle, böser Bulle" vor. Die Rollen sind verteilt: einer schüchtert Sie ein und fragt am laufenden Band. Er will, dass Sie reden, reden, reden... Ein anderer, der gute Bulle, ist sanft und zeigt Verständnis für die unangenehme Lage. Fragt vielleicht nach Kaffee, redet vom Wetter oder schlägt eine gütliche Einigung vor. Er kritisiert auch offen seinen 'harten' Kollegen.

Die Idee: Sie sollen den 'bösen' fürchten und vom 'guten' Rettung erhoffen. Ein dritter hält sich im Hintergrund und beobachtet Sie nur. Sie müssen wissen:

  • Die drei (meist sind es drei Beamte) arbeiten zusammen - egal, wie es zuerst aussieht.
  • Jeder Glaube an eine informelle Lösung, die Hoffnung, die Fahnder persönlich zu erreichen, ist falsch.
  • Helfen kann Ihnen nur Ihr Steuerberater und Ihr Scharfsinn.
  • Verzweiflung, Hoffnung, Phantasie schaden Ihnen nur.