Kinder im Verkehr - der Schulweg

Keine Frage: Der Straßenverkehr hat das Leben unserer Kinder verändert. Kam 1970 noch ein Auto auf ein Kind, kommen heute vier Autos auf ein Kind.

Zum Spielen, Toben und Erkunden bleibt Kindern heute nur noch wenig Platz. Der Platz in einer Stadt ist begrenzt, und damit werden die Verhältnisse immer beengter.

Früher war die Straße Spiel- und Lebensraum der Kinder, man traf sich draußen mit Freunden. In den 60er Jahren legten Kinder am Tag etwa 20 km zurück, heute nur noch 4km.

Die Verkehrsgefahren sind heute so hoch, dass viele Kinder nicht mehr draußen spielen dürfen.

Selbstständiges Erobern des Raumes um die elterliche Wohnung ist für viele Kinder riskant
geworden. Viele Eltern lösen das Problem der Kinder dadurch, dass sie ständig mit dem Auto umherfahren: zum Kindergarten, in die Schule, zum Musik- oder Sportunterricht am Nachmittag. Dadurch können diese Kinder sich Räume nicht wie früher in konzentrischen
Kreisen eigenständig aneignen, sondern entwickeln unrealistische Raumvorstellungen und bauen zu ihrem Lebensraum keine Beziehung auf.

Damit sich Ihr Kind sicher im Verkehr bewegen kann, sind klare Regeln absolut erforderlich. Dies gilt besonders für Schulanfänger. Hier einige Tipps und Infos für einen sicheren Schulweg.

Sind Sie Vorbild?

Ihr Kind lernt von Ihnen. Gehen Sie daher - selbst wenn Sie es eilig haben - niemals bei Rot über die Ampel, sondern warten Sie auf das grüne Signal.

Üben Sie den Schulweg ein!

Damit können Sie bereits vor dem ersten Schultag beginnen. Besprechen Sie dabei auf dem Weg die gefährlichen Stellen. Machen Sie Fotos von schwierigen Stellen und gehen Sie mit Ihrem Kind das richtige Verhalten durch. Achten Sie auch darauf, Ihre Übungsgänge zu den Schulzeiten zu gehen, so dass die Verkehrsbedingungen gleich bleiben. Als Faustregel gilt: Einfache Schulwege mindestens siebenmal abgehen, schwierigere mindestens doppelt sooft.

Machen Sie Ihr Kind auch auf schlechte Beispiele, das heißt, falsche Verhaltensweisen anderer Erwachsener oder älterer Kinder aufmerksam.

Unfallursache Nummer 1 bei Kindern, die zu Fuß zur Schule gehen, ist das Überqueren der Fahrbahn.

Achten Sie daher darauf, dass Ihr Nachwuchs:

  • vor jedem Betreten der Fahrbahn am Bordstein stehenbleibt, nach allen Seiten schaut, zuerst nach links, dann nach rechts, dann wieder nach links, um dann auf kürzestem Weg über die Straße zu gehen.
  • wenn irgend möglich, die Straße nur an Ampeln und Fußgängerüberwegen überquert; an Zebrastreifen Blickkontakt zu den Autofahrern aufnimmt, ebenso auf Fahrbahnteilern.
  • mit Ablenkungen richtig umgeht, wenn etwa Freunde auf der anderen Straßenseite winken.
  • lernt, Entfernungen und Geschwindigkeiten richtig einzuschätzen. Lassen Sie Ihr Kind beispielsweise die Sekunden zählen, bis ein Auto herangekommen ist.

Wichtig ist aber ebenso, dass Ihr Kind:

auf dem Gehweg immer innen geht, also auf der von der Fahrbahn abgewandten Seite.
unerwartete Hindernisse auf dem Gehweg - zum Beispiel Baustellen - vorsichtig passiert und Grundstücksausfahrten beachtet.

Wenn ein Schulbus zur Schule fährt...

Wenn ein Schulbus zur Schule fährt: Fahren Sie die Strecke zunächst gemeinsam "Probe"! Dann sollte Ihr Kind eine Fahrt alleine machen und Sie erwarten es an der Haltestelle. Trainieren Sie dabei die wichtigsten Regeln und Verhaltensweisen!

Wichtig ist auch, dass Ihr Kind:

  • rechtzeitig an der Haltestelle ist, damit es nicht unter Zeitdruck über die Straße laufen muss.
  • beim Warten an der Haltestelle den Straßenverkehr immer im Auge behält.
  • an den Bus erst herantritt, wenn er zum Stehen gekommen ist und die Tür geöffnet hat.
  • nach dem Aussteigen wartet, bis der Bus weggefahren ist, und erst dann die Fahrbahn überquert - wenn möglich, am nächsten Fußgängerüberweg oder an einer Ampel.

Mit dem Rad zur Schule - nichts für Schulanfänger

  • Mit dem Fahrrad zur Schule sollten Kinder in den ersten Schuljahren überhaupt nicht fahren. Auch wenn die Kleinen ihr Fahrrad schon beherrschen, so sind sie im Straßenverkehr doch immer noch völlig überfordert.
  • Verkehrspädagogen empfehlen, Kindern frühestens im dritten oder vierten Schuljahr die Fahrt mit dem Fahrrad zur Schule zu erlauben. Doch bedenken Sie bitte: Kinder sollten beim Radfahren einen Helm tragen. Und das Fahrrad muss selbstverständlich in einem verkehrssicheren Zustand sein!

Machen Sie Ihr Kind weithin sichtbar!

  • Dunkelheit und schlechtes Wetter erschweren nicht nur den Kindern, sondern auch Autofahrerinnen und Autofahrern erheblich die Sicht. Deshalb sind die Kinder zusätzlich gefährdet, auch wenn sie sich richtig verhalten.
  • Damit Ihr Kind schon von weitem gesehen werden kann, sollte es helle Kleidung und einen Schulranzen aus reflektierendem Material tragen. Reflektoren, die man an der Kleidung befestigen kann, erhöhen die Sicherheit zusätzlich!