Computerkriminalität - ein Fass ohne Boden?

Computer sind heute aus technischer Sicht die sensiblen Knackpunkte, wenn es um Wirtschaftskriminalität geht. Zahlungsverkehr, Geschäftskommunikation, Kundendaten ... Kaum ein Betrieb der heute nicht in größtem Maße von EDV-Systemen abhängig ist. Ein wachsendes Problem dabei: Computerkriminalität.

Obwohl sie immer noch unterschätzt werden, nehmen die Gefahren bedrohliche Ausmaße an. USB Sticks, Disketten, Content-Manipulationen, Sabotage, Netzwerkangriffe ... selbst über E-Mail lassen sich ganz leicht sensitive Daten an die Konkurrenz übermitteln.

Wann sollten Sie aufmerken?

Wenn in der Firma diese Phänomene vermehrt auftreten, liegt der Verdacht von Datenklau oder anderen Formen der Computerkriminalität nahe:

  • wenn die PCs häufig abstürzen oder die Netzwerke zusammenbrechen.
  • wenn Daten verschwinden, beschädigt sind oder manipuliert wurden.
  • wenn einzelne EDV-Mitarbeiter ungewöhnlich hohe Überstunden machen.
  • Der E-Mail und Internetverkehr nicht im kontrollierten Rahmen läuft.
  • Passwörter und Zugangscodes lax gehandhabt werden.

Computerkriminalität in Zahlen

Computerkriminalität im Überblick
BKA Statistik (Stand: 2001) zur Computerkriminalität

Die Zahlen zeigen deutlich: mit der Entwicklung des Internet stieg die Computerkriminalität in nie geahnte Höhen. Das jährliche "Wachstum" von Datenklau, Hackerangriffen, Viren liegt bei über 20 Prozent. Im Jahr 1987 lag die Zahl dokumentierter Fälle bei ca. 3000. Zehn Jahre später waren 40.000 Vergehen erfasst. Und 2001 mussten sich die Ermittler schon mit über 80.000 Fällen befassen.

Leider ist die Polizei nicht immer auf der Höhe der Zeit. Die virtuelle Kriminalität im Internet wird immer professioneller betrieben. Doch die 'Netz-Polizei' kann damit nicht Schritt halten. Oft sind die Ermittlungen noch erschwert, weil im Internet Ländergrenzen so gut wie bedeutungslos sind. Um kompetente Hilfe zu erhalten, wenden sich mehr und mehr Firmen an spezialisierte Detekteien.

Für den Detektiv heißt es in diesen Fällen, auf Spurensuche zu gehen. Manipulationen hinterlassen fast immer Spuren auf dem System. Spezialisten können diese nach entsprechenden  Analysen zurückverfolgen.

Wichtige Fragen bei der Ermittlung

Eine erfolgreiche Ermittlung wird alle Aspekte der Aufklärung mit einbeziehen. Dazu gehört

  • die Frage nach der Art der Daten
  • Schwachstellen im System
  • wer ist betroffen
  • wer hat Zugang zum Tatort bzw. zu den Informationen
  • die Art der Manipulation
  • mögliche Ziele und Motive der Tat.

Wenn so der mögliche Täterkreis eingegrenzt wurde, können Hintergrundrecherchen und Observationen ins Spiel kommen.

Auschlaggebend für den Erfolg und vor allem auch für eine sinnvolle Prävention ist die absolut notwendige EDV-Kompetenz beim Detektiv. Computer erfordern heute schon ein besonderes Spezialistendenken. Legen Sie deshalb immer Wert auf aussagekräftige Referenzen.