Seite bookmarken:
Bis in die höchsten Sphären der Weltliteratur schaffte es Raymond Chandler mit seiner einzigartigen Schöpfung dem desillusionierten, zynischen Privatdetektiv Philip Marlowe. Dem Detektiv, der bei aller Enttäuschung der Liebe dennoch nicht abgeschworen hat.
Bekannt wurde sein Gesicht durch die Filme mit Humphrey Bogart in den 40er Jahren. Aber Chandler zeigte immer eine gewisse Abneigung gegen die Hollywood - Filme. Das wundert kaum: Chandler war einer, der auf den ersten Blick gar nicht so zu seinen Krimis passte: Ein großer Kenner der klassischen Literatur vor dem Hintergrund einer sehr guten, streng englischen Erziehung.
Viel wichtiger, als die Suche nach dem Täter, ist die eigene Art und Weise, mit der Philipp Marlowe die Welt sieht. Und ebenso eigen sind seine Gedanken über deren Bewohner. Nüchtern, kühl ohne Rührseligkeit, aber geprägt von einem tiefen Verständnis für die Menschen und ihre Schicksale.
Der Detektiv Philip Marlowe ist kein Rächer. Er stellt nur fest und trägt seinen Teil dazu bei, die Welt wieder ein wenig in Ordnung zu bringen. Er kommt nicht von außen - auch er ist ein Opfer der Welt. Er ist ein Insasse, der bei aller Distanz immer mit einbezogen ist.
Nicht, dass er selber immer den Gesetzen folgen würde. Dennoch versucht er ein Stück Recht in seiner Umwelt, die voller Gewalt ist, durchzusetzen. Phillip Marlowe ist ein gutes Beispiel für einen harten, nicht bestechlichen, aber auf seine Art dennoch sentimentalen Einzelgänger. Und er schläft nie mit einer Frau im Dienst. Viele spätere Detektivfiguren wurden nach seinem Beispiel kreiert.
Sein großer Auftritt schlägt für Detektiv Marlowe in "Der lange Abschied", einem sehr schönen Stück Kriminalliteratur. Dabei geht es um Freundschaft, Liebe und Hass. Wie alle Krimis von Chandler überzeugt das Werk mit einer Sprache, die eine Situation in wenigen Worten beschreibt. Diese kreative Knappheit ist Chandlers Stärke. Sie macht aus seinem Werk echte Klassiker und Weltliteratur von hohem Niveau.